Für viele Menschen ist der Besuch eines Gotteshauses selbstverständlich. Für zahlreiche Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage auf den Inseln des Pazifiks ist dies jedoch mit großen Herausforderungen verbunden. Manche Familien legen mehrere Stunden zu Fuß über schmale Pfade durch Berge und dichten Regenwald zurück, um an den Sonntagsversammlungen teilzunehmen. Häufig verfügen diese abgelegenen Gemeinden weder über Strom noch über fließendes Wasser oder eine Internetverbindung.

Um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, hat die Kirche ein neues Kapellenkonzept entwickelt, das den Mitgliedern auch in entlegenen Regionen einen würdigen Ort der Anbetung und Gemeinschaft ermöglicht.

Ein neues Kapellenkonzept für abgelegene Gemeinden

Vereinfachtes Gemeindehaus der Kirche Jesu Christi im Pazifikgebiet aus der Luft.
Dieses vereinfachte Gemeindehaus in Papua-Neuguinea ist mit Solaranlagen und Satelliteninternet ausgestattet und ermöglicht es Mitgliedern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in abgelegenen Regionen, sich zu versammeln, das Evangelium zu lernen und an den Programmen der Kirche teilzunehmen. Bild: Screenshot des YouTube-Kanals des Pazifikgebiets.

In einem Interview auf dem YouTube-Kanal des Pazifikgebiets erläuterte Elder Peter F. Meurs, Präsident des Pazifikgebiets und Generalautorität-Siebziger, dass das Wachstum der Kirche in zahlreichen Inselstaaten neue Herausforderungen mit sich bringt.

„An diesen Orten gibt es nur wenige Straßen oder gar keine Transportmöglichkeiten. Manche Mitglieder gehen zwei bis drei Stunden zu Fuß zur Kirche. Dort angekommen, treffen sie auf eine einfache Buschkapelle ohne Technik und mit nur wenigen Einrichtungen.“

Als Antwort darauf entstand das Simple Meetinghouse Plus Project. Dabei handelt es sich um ein offenes Kapellenkonzept mit zusätzlichen Unterrichtsräumen, das speziell für abgelegene Gemeinden entwickelt wurde.

Die Gebäude sind mit Solarpaneelen, Batteriespeichern, Beleuchtung, Satelliteninternet sowie Systemen zur Sammlung von Regenwasser ausgestattet. Dadurch können die Kapellen unabhängig von einer öffentlichen Stromversorgung betrieben werden und gleichzeitig grundlegende Bedürfnisse der Gemeinden erfüllen.

Einfache Gebäude mit großer Wirkung

Vereinfachtes Gemeindehaus der Kirche Jesu Christi im Pazifikgebiet aus der Luft.
Dieses vereinfachte Gemeindehaus in Papua-Neuguinea ist mit Solaranlagen und Satelliteninternet ausgestattet und ermöglicht es Mitgliedern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in abgelegenen Regionen, sich zu versammeln, das Evangelium zu lernen und an den Programmen der Kirche teilzunehmen. Bild: Screenshot des YouTube-Kanals des Pazifikgebiets.

Nach den Worten von Elder Meurs bieten diese Kapellen alle wesentlichen Funktionen eines traditionellen Gemeindehauses, können jedoch deutlich kostengünstiger errichtet werden.

Nach Angaben der Kirche lassen sich für die Kosten eines herkömmlichen Gemeindehauses fünf bis zehn dieser Gebäude errichten.

„Das Wichtigste an diesen Gebäuden ist nicht, woraus sie gebaut sind, sondern was sie ermöglichen.“

Mehr Möglichkeiten für Bildung und geistiges Wachstum

Vereinfachtes Gemeindehaus der Kirche Jesu Christi im Pazifikgebiet aus der Luft.
Dieses vereinfachte Gemeindehaus in Papua-Neuguinea ist mit Solaranlagen und Satelliteninternet ausgestattet und ermöglicht es Mitgliedern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in abgelegenen Regionen, sich zu versammeln, das Evangelium zu lernen und an den Programmen der Kirche teilzunehmen. Bild: Screenshot des YouTube-Kanals des Pazifikgebiets.

Die neue Infrastruktur eröffnet den Mitgliedern zahlreiche Möglichkeiten, die zuvor kaum erreichbar waren.

Jugendliche können am Seminar- und Institutsprogramm teilnehmen. Erwachsene erhalten Zugang zu Kursen von BYU–Pathway Worldwide, Programmen zur Eigenständigkeit sowie Führungs- und Priestertumsschulungen. Dank der Internetverbindung können Gemeinden außerdem die Generalkonferenz und andere weltweite Übertragungen der Kirche verfolgen.

Auch Kinder profitieren von den neuen Kapellen. Die Beleuchtung ermöglicht es ihnen, nach Einbruch der Dunkelheit in einer sicheren Umgebung zu lernen und am Programm „Succeed in School“ teilzunehmen.

Die Gemeinden wachsen

Versammlung von Mitgliedern in einem der neuen vereinfachten Gebäude der Kirche Jesu Christi im Pazifikgebiet.
Mitglieder der Kirche in Papua-Neuguinea nehmen in einem der neuen, vereinfachten Gemeindehäuser an einer Live-Übertragung teil. Die Gebäude wurden geschaffen, damit auch Gemeinden in den entlegensten Regionen des Pazifiks von den Programmen und weltweiten Übertragungen der Kirche profitieren können. Bild: Screenshot des YouTube-Kanals des Pazifikgebiets.

Die Auswirkungen sind bereits deutlich sichtbar.

Mack Ambota, Zweiter Ratgeber des Eight Mile Zweiges im Gerehu Papua-Neuguinea-Distrikt in Port Moresby, berichtet:

„Es hat uns in geistiger Hinsicht sehr geholfen. Wir haben genügend Platz, um gemeinsam zusammenzukommen. Unsere Kurse zur Eigenständigkeit geben den Menschen mehr Möglichkeiten. Die Kapelle zieht immer mehr Menschen an. Vergangene Woche reichte der Platz bereits nicht mehr für alle Besucher.“

Auch Rebecca Aga, Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung des Zweiges, erinnert sich an die frühere “Buschkapelle”:

„Jetzt haben wir ein neues Gebäude. Es ist sehr gut. Nun können alle gemeinsam drinnen Platz finden.“

Eine der selbstgebauten Buschkapellen des Pazifikgebeits.
Diese aus örtlichen Materialien errichtete „Buschkapelle“ veranschaulicht die bisherigen Versammlungsorte vieler Gemeinden in abgelegenen Regionen Papua-Neuguineas. Inzwischen baut die Kirche vereinfachte Gemeindehäuser mit Solaranlagen und Satelliteninternet, um Mitglieder in den entlegensten Gebieten des Pazifiks besser zu unterstützen. Bild: Screenshot des YouTube-Kanals des Pazifikgebiets.

Neue Möglichkeiten, das Evangelium weiterzugeben

Drei Frauen - Mitglieder der Kirche Jesu Christi - aus dem Pazifikgebiet.
Von links nach rechts: Betty Aputa, erste Ratgeberin des Eight Mile-Zweigs, Rebecca Aga, Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung des Eight Mile-Zweigs, und Kitana Teukari, ein neues Mitglied der Kirche. Das Foto entstand im Juli 2026. Bild: Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Die neuen Kapellen fördern auch die Missionsarbeit.

Betty Aputa, Leiterin eines Eigenständigkeitskurses der Gemeinde, erklärt, dass viele Menschen zunächst wegen der angebotenen Kurse kommen. Dadurch entstehen natürliche Gelegenheiten, das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi vorzustellen und Zeugnis von Jesus Christus zu geben.

Ein Ort zum Lernen, Dienen und Begegnen schafft gleichzeitig neue Möglichkeiten, das Evangelium mit anderen Menschen zu teilen.

Mehr als nur Gebäude – Orte, an denen das Licht Christi scheint

Elder Meurs fasste die Bedeutung des Projekts mit bewegenden Worten zusammen:

„Wenn in diesen abgelegenen Regionen die Sonne untergeht, wird alles dunkel. Jetzt haben die Menschen einen beleuchteten Ort, an dem sie sich versammeln können. Diese Gebäude sind mehr als nur Bauwerke; sie sind Orte, an denen selbst die entlegensten Mitglieder das Licht Christi erfahren können.“

Bislang wurden zehn der neuen Kapellen fertiggestellt. Bis zum Jahresende sollen weitere 13 bis 16 Gebäude entstehen, darunter vier in Vanuatu sowie weitere Kapellen auf Fidschi und Kiribati.

Mit Projekten wie diesem passt sich die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage den Bedürfnissen ihrer Mitglieder weltweit an. So erhalten Menschen – unabhängig von ihrem Wohnort oder ihren Lebensumständen – einen Ort, an dem sie den Erretter anbeten, Sein Evangelium lernen und gemeinsam mit anderen Jüngern Jesu Christi ihren Glauben stärken können.

Quelle: thechurchnews.org

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