Jeder macht Fehler. Vielleicht hast du schon einmal etwas gesagt oder getan, das du am liebsten rückgängig machen würdest. Oder du fragst dich, ob Gott dir wirklich vergeben kann.

Die gute Nachricht ist: Du musst deine Vergangenheit nicht allein tragen. Durch Jesus Christus ist Vergebung möglich.

Wie kehre ich also um? Bedeutet Umkehr einfach, sich schlecht zu fühlen? Oder gehört mehr dazu?

Nach dem Verständnis der Kirche Jesu Christi ist Umkehr kein Zeichen des Scheiterns. Sie ist ein Geschenk Gottes. Sie hilft dir, Frieden zu finden, aus Fehlern zu lernen und jeden Tag neu anzufangen.

Was ist Umkehr?

Umkehr bedeutet mehr, als sich für etwas zu entschuldigen oder ein schlechtes Gewissen zu haben.

Sie bedeutet, dein Herz und dein Leben auf Gott auszurichten: Du erkennst, dass etwas nicht richtig war, wendest dich davon ab und entscheidest dich bewusst für einen neuen Weg.

Die Bibel beschreibt Umkehr als eine Veränderung des Herzens und des Denkens, die durch das Sühnopfer Christi möglich gemacht wurde. Gott lädt uns ein, unser Leben auf ihn auszurichten und ihm zu vertrauen.

Auch Mitglieder der Kirche Jesu Christi verstehen Umkehr nicht als einen einmaligen Moment, sondern als einen Weg, der das ganze Leben begleitet.

Wahrscheinlich kennst du das selbst: Manche Gewohnheiten lassen sich nicht von heute auf morgen ändern. Vielleicht wirst du schnell ungeduldig oder reagierst manchmal so, wie du es eigentlich gar nicht möchtest. Solche Veränderungen brauchen Zeit.

Genau deshalb ist Umkehr kein einmaliges Ereignis. Es geht nicht darum, von heute auf morgen perfekt zu werden. Es geht darum, Jesus Christus jeden Tag ein Stück mehr nachzufolgen und darauf zu vertrauen, dass er dir hilft, dich Schritt für Schritt zu verändern. Umkehr ist ein täglicher Prozess – und wichtig: er ist eigentlich niemals abgeschlossen. Dein Leben lang wirst du das Sühnopfer Christi brauchen.

Warum brauchen wir Umkehr?

Niemand lebt vollkommen.

Jeder Mensch macht Fehler, verletzt andere oder entfernt sich manchmal von Gott. Deshalb brauchen wir Gottes Hilfe.

Die Bibel sagt:

„Alle haben ja gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.“ (Römer 3:23)

Allein können wir unsere Schuld nicht vollständig wiedergutmachen. Doch Jesus Christus hat durch sein Sühnopfer den Weg geöffnet, damit wir Vergebung finden können.

Deshalb ist Umkehr kein Zeichen von Schwäche. Sie zeigt, dass wir bereit sind, Gottes Hilfe anzunehmen.

Wie kehre ich um?

Jeder Mensch erlebt Umkehr etwas anders. Es gibt keine feste Reihenfolge und keine Checkliste, die einfach abgearbeitet werden muss.

Dennoch gibt es einige Elemente, die fast immer dazugehören. Sie helfen dir, Gott näherzukommen und dein Leben Schritt für Schritt zu verändern.

1. Erkenne deine Fehler

Der erste Schritt ist Ehrlichkeit.

Niemand kann umkehren, ohne sich einzugestehen, dass etwas nicht richtig war. Das fällt manchmal schwer, ist aber der Anfang jeder Veränderung.

2. Empfinde aufrichtige Reue

Reue bedeutet mehr als Schuldgefühle.

Sie ist der Wunsch, sich wirklich zu ändern und Jesus Christus nachzufolgen. Es geht nicht darum, sich selbst schlechtzumachen, sondern dein Herz für Gott zu öffnen.

Der Apostel Paulus spricht von einer „gottgewollten Traurigkeit“, die zu einer echten Veränderung führt (2. Korinther 7:10).

3. Bitte Gott um Vergebung

Sprich im Gebet mit deinem Vater im Himmel.

Er kennt dich, liebt dich und möchte dir vergeben. Das ist möglich, weil Jesus Christus für deine Sünden gelitten hat.

Du musst keine besonderen Worte finden. Sprich ehrlich mit Gott über das, was dich bewegt.

4. Mache Fehler wieder gut

Wenn dein Verhalten anderen geschadet hat, solltest du – soweit möglich – den Schaden wiedergutmachen.

Vielleicht bedeutet das, dich zu entschuldigen, etwas zurückzugeben oder Vertrauen neu aufzubauen.

Nicht alles lässt sich rückgängig machen. Doch Gott sieht deine aufrichtigen Bemühungen.

5. Bemühe dich, den Fehler nicht zu wiederholen

Umkehr ist mehr als ein einmaliges Ereignis.

Sie bedeutet, dein Leben Schritt für Schritt zu verändern. Das gelingt nicht immer sofort. Rückschläge gehören zum Leben.

Gott erwartet keine Perfektion, sondern den ehrlichen Wunsch, ihm nachzufolgen und nicht aufzugeben.

Welche Rolle spielt Jesus Christus bei der Umkehr?

Jesus wäscht die Füße eines der Apostel. Die anderen Apostel stehen bzw. sitzen dahinter und schauen zu.

Jesus Christus steht im Mittelpunkt jeder Umkehr.

Ohne sein Sühnopfer gäbe es keine vollständige Vergebung. Er hat die Folgen unserer Sünden auf sich genommen und den Weg zurück zum Vater im Himmel geöffnet.

Doch durch Jesus Christus wird nicht nur unsere Schuld vergeben. Er schenkt uns auch die Kraft, uns zu verändern. Wenn wir ihm vertrauen, hilft er uns, schlechte Gewohnheiten abzulegen, Versuchungen zu widerstehen und Schritt für Schritt mehr so zu werden, wie Gott es sich für uns wünscht.

Das Buch Mormon beschreibt diese Einladung mit den Worten:

„Ja, kommt zu Christus und werdet in ihm vollkommen.“ (Moroni 10:32)

Umkehr bedeutet deshalb nicht, alles aus eigener Kraft schaffen zu müssen. Sie bedeutet, auf Jesus Christus zu vertrauen und ihn jeden Tag um Hilfe zu bitten. Er vergibt dir nicht nur – er begleitet dich auch auf deinem Weg und stärkt dich, wenn du wieder aufstehst.

Muss ich vor der Taufe umkehren?

Ja.

Im Neuen Testament gehören Glaube, Umkehr und Taufe eng zusammen. Als Petrus zu den Menschen predigte, sagte er:

„Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung eurer Sünden.“ (Apostelgeschichte 2:38)

Auch heute bereiten sich Menschen durch Umkehr auf die Taufe vor. Sie entscheiden sich bewusst dafür, Jesus Christus nachzufolgen und einen Bund mit Gott einzugehen.

Doch die Umkehr endet nicht mit der Taufe. Sie begleitet Christen ihr ganzes Leben.

Kann Gott mir wirklich vergeben?

Ja.

Vielleicht fragst du dich, ob Gott dir das vergeben kann, was dich schon lange belastet.

Die Antwort der Bibel ist eindeutig.

Der Prophet Jesaja überliefert Gottes Worte:

„Sind eure Sünden wie Scharlach, / weiß wie Schnee werden sie.“ (Jesaja 1:18)

Auch das Buch Mormon bezeugt, dass Gott jedem vergibt, der mit aufrichtigem Herzen zu ihm kommt.

Nicht die Größe deiner Fehler entscheidet darüber, ob Gott dir vergibt. Entscheidend ist, ob du bereit bist, dich ihm zuzuwenden und Jesus Christus nachzufolgen.

Was passiert nach der Umkehr?

Eine junge Frau, mit erhobenem Kopf und darauf verschränkten Händen hat einen glücklichen Gesichtsausdruck.

Viele Menschen erleben nach einer aufrichtigen Umkehr Frieden und Erleichterung.

Das bedeutet nicht, dass alle Folgen einer falschen Entscheidung sofort verschwinden. Manche Beziehungen brauchen Zeit, um zu heilen, und manche Konsequenzen bleiben bestehen.

Doch Gott nimmt die Last der Schuld von dir und schenkt dir neue Hoffnung.

Genau das versprach Petrus:

„Also kehrt um und tut Buße, damit eure Sünden getilgt werden und der Herr Zeiten des Aufatmens kommen lässt…“ (Apostelgeschichte 3:19)

Umkehr ist deshalb kein Ende, sondern ein Neuanfang.

Bedeutet Umkehr, dass ich nie wieder Fehler machen darf?

Nein.

Gott weiß, dass wir nicht vollkommen sind.

Deshalb dürfen wir immer wieder zu ihm kommen, wenn wir Fehler machen. Umkehr begleitet uns ein Leben lang.

Das bedeutet allerdings nicht, dass wir Sünde auf die leichte Schulter nehmen sollen. Umkehr ist ehrlich gemeint und führt dazu, dass wir Jesus Christus immer ähnlicher werden.

Häufige Fragen zur Umkehr

Wie kehre ich um?

Umkehr beginnt damit, dass du deine Fehler erkennst, ehrlich bereust, Gott um Vergebung bittest und versuchst, dein Leben zu ändern. Durch das Sühnopfer Jesu Christi kannst du Vergebung und einen Neuanfang finden.

Kann jeder Mensch umkehren?

Ja. Gott lädt jeden Menschen ein, zu ihm zu kommen. Niemand ist von seiner Liebe oder seiner Einladung zur Umkehr ausgeschlossen.

Muss ich vor der Taufe umkehren?

Ja. Umkehr gehört zur Vorbereitung auf die Taufe und bleibt auch danach ein wichtiger Bestandteil des christlichen Lebens. Auch das Abendmahl während des Gottesdienstes am Sonntag ist ein Symbol für die Umkehr.

Kann Gott mir wirklich vergeben?

Ja. Die Bibel und das Buch Mormon bezeugen, dass Gott jedem Menschen vergeben möchte, der mit aufrichtigem Herzen zu ihm kommt.

Ist Umkehr ein einmaliges Ereignis?

Nein. Umkehr begleitet Christen ihr ganzes Leben. Sie hilft dir, Jesus Christus näherzukommen und jeden Tag neu anzufangen.

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