Das Wort Sabbat kommt aus dem Hebräischen Schabbat und bedeutet „Ruhe“ oder „aufhören“. Gemeint ist damit ein besonderer Ruhetag, der in der Bibel von Gott eingesetzt wurde – ein Tag, der sich vom normalen Alltag unterscheidet und bewusst Gott gewidmet ist.
Welcher Tag ist der Sabbat? Wenn du in die Bibel schaust, scheint die Antwort zunächst ziemlich eindeutig zu sein: Der Sabbat ist der siebte Tag der Woche. Dieses Gebot wurde dem Volk Israel gegeben und wird im Judentum bis heute am Samstag gehalten. Das Christentum hat seine Wurzeln im Judentum – auch Jesus und seine ersten Jünger waren Juden. Trotzdem wurde für Christen später der Sonntag zum besonderen Tag der Woche. Auch in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist der Sonntag normalerweise der Tag des Herrn.
Wie passt das zusammen? Wurde der Sabbat irgendwann einfach vom Samstag auf den Sonntag verschoben? Und muss der Sabbat heute immer an einem bestimmten Wochentag stattfinden?
Die Antwort beginnt im Alten Testament – und führt zur Auferstehung Jesu Christi.
Woher kommt der Sabbat?
Die Idee eines besonderen Ruhetages taucht bereits ganz am Anfang der Bibel auf. Im Schöpfungsbericht wird erzählt, dass Gott sein Werk in sechs Tagen vollendete und am siebten Tag ruhte. Diesen siebten Tag segnete und heiligte er.
Später wurde der Sabbat zu einem festen Bestandteil der Zehn Gebote:
„Gedenke des Sabbattages, halte ihn heilig.“ (2. Mose 20:8)
Für das Volk Israel war der Sabbat der siebte Tag der Woche. Er begann am Freitagabend und endete am Samstagabend. Der Sabbat war dabei weit mehr als einfach ein arbeitsfreier Tag. Er sollte sich bewusst vom Alltag unterscheiden und Raum für Gott schaffen.
Wenn du also fragst, welcher Tag ist der Sabbat im Alten Testament, ist die Antwort eindeutig: der siebte Tag, also der Samstag.
Warum feiern Christen dann den Sonntag?

Der entscheidende Wendepunkt ist die Auferstehung Jesu Christi.
Jesus wurde am Freitag gekreuzigt. Als einige Frauen am ersten Tag der Woche zu seinem Grab kamen, war es leer: Jesus Christus war auferstanden. Dieser erste Tag der Woche entspricht unserem Sonntag.
Für seine Jünger veränderte die Auferstehung alles. Jesus hatte den Tod überwunden. Deshalb bekam der erste Tag der Woche eine besondere Bedeutung.
Im Neuen Testament finden sich Hinweise darauf, dass sich die ersten Christen am ersten Tag der Woche versammelten. In Apostelgeschichte 20:7 wird beispielsweise beschrieben, wie die Jünger an diesem Tag zusammenkamen, um das Brot zu brechen.
Aus dem Sonntag wurde so ein Tag, der besonders an Jesus Christus und seine Auferstehung erinnerte.
Das grundlegende Prinzip des Sabbats verschwand dadurch nicht. Noch immer ging es darum, regelmäßig einen Tag Gott zu widmen. Doch für die Nachfolger Jesu bekam der erste Tag der Woche eine neue Bedeutung.
Welcher Tag ist der Sabbat heute?
In der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wird der Sabbat normalerweise am Sonntag gefeiert. Der Sonntag erinnert insbesondere an die Auferstehung Jesu Christi und ist in den meisten Ländern der Tag, an dem die Gemeinden zum Gottesdienst zusammenkommen.
Aber „normalerweise“ ist hier wichtig.
Denn die Kirche ist weltweit vertreten – und nicht überall sieht eine Woche gleich aus. Arbeitswochen, gesetzliche Ruhetage und gesellschaftliche Gewohnheiten unterscheiden sich von Land zu Land. Deshalb kann der Sabbat unter besonderen örtlichen Umständen auch an einem anderen Wochentag gehalten werden. Im Nahen Osten gab und gibt es beispielsweise Orte, an denen Gemeinden am Freitag oder Samstag zusammenkommen. Auch in anderen Regionen werden die Versammlungszeiten an die Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort angepasst.
Interessant ist, wie eindeutig das im allgemeinen Handbuch der Kirche berücksichtigt wird: Wenn dort vom „Sonntag“ die Rede ist, gilt die entsprechende Anweisung für den Tag, an dem der Sabbat vor Ort gehalten wird.
Der Grundgedanke ist also nicht, dass überall auf der Welt zwingend derselbe Wochentag gelten muss. Entscheidend ist, dass ein Tag bewusst als Sabbat bestimmt und Gott gewidmet wird.
Was passiert am Sabbat im Gottesdienst?

Ein zentraler Bestandteil des Sabbats ist der gemeinsame Gottesdienst.
Wenn du einen Gottesdienst der Kirche Jesu Christi besuchst, gehört die Abendmahlsversammlung dazu. Dort werden Brot und Wasser gereicht.
Das Abendmahl erinnert an Jesus Christus – an sein Opfer, seinen Tod und seine Auferstehung. Wenn du getauft bist, erinnerst du dich dabei außerdem an die Versprechen, die du bei deiner Taufe mit Gott geschlossen hast.
Dadurch kann der Sabbat auch zu einer Art wöchentlichem Neustart werden.
Du kannst auf die vergangene Woche zurückblicken: Was ist gut gelaufen? Wo möchtest du etwas verändern? Wo brauchst du vielleicht einen neuen Versuch?
Und dann beginnt eine neue Woche.
Was bedeutet es, den Sabbat heiligzuhalten?
„Den Sabbat heiligen“ klingt zunächst vielleicht nach einer langen Liste religiöser Regeln. Im Kern geht es aber um etwas anderes: Der Tag soll bewusst anders gestaltet werden als die übrigen Tage der Woche.
Deshalb versuchen Mitglieder der Kirche Jesu Christi beispielsweise, unnötige Arbeit, Einkäufe und andere alltägliche Verpflichtungen möglichst auf andere Tage zu legen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass du am Sabbat möglichst wenig tun solltest.
Du kannst Zeit mit deiner Familie verbringen, einen Spaziergang machen, jemanden besuchen, der sich über Gesellschaft freut, in den heiligen Schriften lesen oder jemandem helfen. Auch Ruhe und Erholung gehören dazu.
Eine hilfreiche Frage kann sein: Hilft mir das, diesen Tag bewusst Gott zu widmen?
Damit wird aus einer Liste von Verboten eine persönliche Entscheidung darüber, wie du den Sabbat gestalten möchtest.
Darf man am Sabbat arbeiten?
Nicht jeder kann am Sabbat einfach frei nehmen. Ärzte, Pflegekräfte, Polizei, Feuerwehr und zahlreiche andere Berufsgruppen werden auch an Ruhetagen gebraucht.
Auch persönliche Lebensumstände können dazu führen, dass du arbeiten musst, obwohl du den Sabbat eigentlich gerne anders verbringen würdest.
Den Sabbat heiligzuhalten bedeutet deshalb nicht, Menschen danach zu beurteilen, ob sie an diesem Tag arbeiten.
Wenn du die Möglichkeit hast, unnötige Arbeit und Verpflichtungen auf andere Tage zu verschieben, kannst du dadurch bewusst Raum für den Sabbat schaffen. Wenn das nicht möglich ist, kannst du trotzdem überlegen, wie du dem Tag innerhalb deiner Möglichkeiten eine besondere Bedeutung geben kannst.
Der Sabbat soll schließlich kein zusätzlicher Grund für Stress sein.
Warum ein Ruhetag heute noch sinnvoll sein kann
Die Vorstellung eines wöchentlichen Ruhetages ist mehrere Tausend Jahre alt. Gleichzeitig passt sie erstaunlich gut in unsere heutige Zeit.
Unser Alltag kennt kaum noch natürliche Pausen. Online-Shops haben immer geöffnet, Nachrichten kommen rund um die Uhr an und Arbeit lässt sich problemlos mit nach Hause nehmen. Selbst Freizeit kann schnell zu einer weiteren Liste von Dingen werden, die man unbedingt erleben oder erledigen möchte.
Der Sabbat durchbricht diesen Rhythmus.
Für einen Tag muss nicht alles produktiv sein. Nicht jede Aufgabe muss erledigt und nicht jede Nachricht sofort beantwortet werden.
Stattdessen kannst du dir bewusst Zeit für Dinge nehmen, die im Alltag leicht zu kurz kommen: deine Beziehung zu Gott, deine Familie, andere Menschen und auch deine eigene Erholung.
Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum der Sabbat auch nach Tausenden von Jahren nichts von seiner Bedeutung verloren hat.
Häufige Fragen zum Sabbat
Welcher Tag ist der Sabbat?
Im Alten Testament ist der Sabbat der siebte Tag der Woche, also der Samstag. Nach der Auferstehung Jesu Christi bekam der erste Tag der Woche eine besondere Bedeutung. In der Kirche Jesu Christi wird der Sabbat deshalb heute normalerweise am Sonntag gehalten.
Warum ist der biblische Sabbat am Samstag?
Der Sabbat war für das Volk Israel der siebte Tag der Woche. Er begann am Freitagabend und endete am Samstagabend. Das Gebot, diesen Tag heiligzuhalten, findet sich unter anderem in den Zehn Geboten.
Warum halten Christen den Sonntag heilig?
Jesus Christus ist am ersten Tag der Woche von den Toten auferstanden. Im Neuen Testament wird außerdem beschrieben, dass seine Jünger am ersten Tag der Woche zusammenkamen. Der Sonntag bekam deshalb als Tag des Herrn eine besondere Bedeutung.
Gibt es Gottesdienste der Kirche Jesu Christi auch am Samstag?
Ja. Normalerweise finden die wöchentlichen Gottesdienste am Sonntag statt. Wo örtliche Gegebenheiten es erforderlich machen, kann der Sabbat jedoch an einem anderen Wochentag gehalten werden. Im Nahen Osten und Ländern in Asien gab und gibt es beispielsweise Gemeinden, die sich am Freitag oder Samstag versammeln.
Was bedeutet es, den Sabbat heiligzuhalten?
Den Sabbat heiligzuhalten bedeutet, den Tag bewusst Gott zu widmen und ihn anders zu gestalten als die übrigen Tage. Dazu können der Gottesdienst, das Abendmahl, Zeit mit der Familie, Gebet, das Lesen in den heiligen Schriften, Erholung und der Dienst an anderen gehören.
Darf man am Sabbat arbeiten?
Wenn möglich, werden unnötige Arbeit und alltägliche Verpflichtungen auf andere Tage gelegt. Manche Berufe und Lebenssituationen machen Arbeit am Sabbat jedoch notwendig. Entscheidend ist, den Tag innerhalb der eigenen Möglichkeiten bewusst als besonderen Tag zu gestalten.
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