Wenn Mitglieder der Kirche Jesu Christi in einem Gespräch oder im Zeugnis während des Gottesdienstes sagen, dass sie wissen, dass das Buch Mormon wahr ist, klingt das für viele zunächst ungewöhnlich. Schließlich lässt sich der Glaube an Gott oder an heilige Schriften nicht wie eine mathematische Formel beweisen – und was bedeutet es eigentlich, dass ein Buch wahr ist?
Was meinen sie also eigentlich? Und wie kann man zu einer solchen Überzeugung gelangen?
Was ist das Buch Mormon?
Das Buch Mormon ist eine heilige Schrift der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Genau wie die Bibel wird es als von Gott inspiriert angesehen und gibt Zeugnis von Jesus Christus.
Es erzählt die Geschichte mehrerer Völker, die nach dem Bericht des Buches auf dem amerikanischen Kontinent lebten. Dabei steht nicht ihre Geschichte im Mittelpunkt, sondern Gottes Wirken unter den Menschen und das Zeugnis von Jesus Christus. Einer der wichtigsten Abschnitte berichtet davon, wie der auferstandene Jesus Christus diesen Menschen erscheint, sie lehrt und ihnen dient.
Das Buch Mormon ergänzt die Bibel, ersetzt sie aber nicht. Beide Bücher weisen auf Jesus Christus hin und laden dazu ein, ihm nachzufolgen.
Was bedeutet es, dass das Buch Mormon „wahr“ ist?
Wenn vom Buch Mormon als einer „wahren“ Schrift gesprochen wird, geht es nicht nur um historische Ereignisse oder einzelne Details.
Gemeint ist vielmehr die Überzeugung, dass das Buch von Gott inspiriert ist, ein wahres Zeugnis von Jesus Christus enthält und Menschen näher zu ihm führen kann.
Wir glauben daran, dass diese Überzeugung nicht allein durch wissenschaftliche Beweise oder die Meinung anderer entsteht, sondern vor allem durch eine ganz persönliche Erfahrung mit Gott und Christus.
Kann man das überhaupt wissen?
Die Kirche lehrt, dass Gott jedem Menschen Antworten auf geistige Fragen geben möchte. Da das Buch Mormon ein weiterer Zeuge für Christus ist, und uns hilft, seine Rolle in unserem Leben besser zu verstehen, ist es natürlich wichtig, dass jeder Mensch, der das möchte, auch die Möglichkeit hat, herauszufinden, ob das Buch Mormon ist, was es verspricht. Deshalb lädt das Buch Mormon seine Leser nicht dazu ein, den Aussagen anderer blind zu vertrauen. Stattdessen fordert es dazu auf, selbst zu lesen, nachzudenken und Gott zu fragen. Gott möchte zu allen seinen Kindern eine persönliche Beziehung haben. Das Buch Mormon kann dabei helfen.
Am Ende des Buches spricht der Prophet Moroni eine Einladung aus, die dabei eine zentrale Rolle spielt:
„Wenn ihr dieses hier empfangt, so fragt Gott, den ewigen Vater, im Namen Christi, ob es wahr ist; und wenn ihr mit aufrichtigem Herzen, mit wirklichem Vorsatz fragt und Glauben an Christus habt, wird er euch durch die Macht des Heiligen Geistes kundtun, dass es wahr ist.“ (Moroni 10:4)
Diese Verheißung ist eine Einladung, sich selbst ein Bild zu machen und Gott um eine persönliche Antwort zu bitten.
Wie erleben Menschen diese Antwort?
Nicht jeder erlebt Gottes Antwort auf dieselbe Weise.
Manche beschreiben einen starken geistigen Eindruck, während sie lesen oder beten. Andere berichten von einem tiefen Frieden oder einer inneren Gewissheit. Wieder andere erkennen erst mit der Zeit oder sogar erst nach Jahren, dass ihr Glaube wächst und sie durch das Buch Mormon Jesus Christus näherkommen.
Deshalb vergleichen viele diesen Prozess mit dem Wachsen einer Pflanze statt mit einem plötzlichen Blitz der Erkenntnis. Ein Zeugnis entwickelt sich oft Schritt für Schritt.
Wer zum ersten Mal betet und nach einer Antwort sucht, erwartet manchmal ein außergewöhnliches Erlebnis. Doch häufig wirkt Gott auf eine ruhigere und sehr persönliche Weise.
Ist das nur ein Gefühl?
Vielleicht fragst du dich jetzt: Ist das nicht einfach nur ein Gefühl?
Tatsächlich spielt das Gefühl eine Rolle – aber nicht im Sinne einer flüchtigen Emotion. Die Erfahrungen mit dem Heiligen Geist könnten als tiefen Frieden, innere Klarheit oder eine Gewissheit, die sich nur schwer in Worte fassen lässt beschrieben werden. Andere erleben den Heiligen Geist eher dadurch, dass sie Jesus Christus näherkommen, Antworten auf ihre Fragen finden oder sich ihr Leben Schritt für Schritt zum Positiven verändert.
Deshalb entsteht ein Zeugnis vom Buch Mormon meist nicht durch einen einzigen besonderen Moment. Es wächst oft mit der Zeit – durch das Lesen, das Nachdenken, das Gebet und die Erfahrungen, die Menschen dabei machen.
Jeder erlebt diesen Weg anders. Manche erhalten schnell eine klare Bestätigung, während andere Geduld brauchen und ihre Überzeugung nach und nach wächst.
Wie kannst du selbst herausfinden, ob das Buch Mormon wahr ist?
Die Einladung des Buches Mormon ist einfach:
- Lies das Buch Mormon mit einem offenen Herzen.
- Denke über das Gelesene nach.
- Bitte Gott im Gebet um Führung.
- Achte darauf, welche Eindrücke und Erfahrungen du beim Lesen machst.
Dabei geht es nicht darum, Gott auf eine bestimmte Weise antworten zu lassen oder innerhalb weniger Tage eine eindeutige Bestätigung zu erwarten. Gott spricht zu jedem Menschen auf seine Weise und zu seiner Zeit.
Ein Zeugnis vom Buch Mormon zu bekommen, kann Monate oder sogar Jahre dauern. Wenn du merkst, dass du beim Lesen Frieden findest, dein Glauben an Jesus Christus wächst und du Gottes Führung in deinem Leben bemerkst, kann das genau deine Antwort sein. Vertraue darauf, dass du es herausfinden wirst.
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